Hier findet Ihr Zitate, Sprüche, Geschichten usw., die in irgendeiner Form mit Behinderungen zu tun haben oder einfach nur schön sind.

 

Tief eingeprägt haben sich mir Begegnungen mit geistig und körperlich Behinderten in München, im Landeskrankenhaus Gütersloh, in einem Kinderheim in Papenburg und mit einem Realschulkurs aus Schleswig-Holstein, der Reliefstadtpläne für Blinde herstellt. In der Weihnachtszeit tragen Behinderte oft an ihrem Schicksal doppelt schwer, wenn sie einer gleichgültigen Umwelt begegnen.

Welchen Grund haben wir zu solcher Gedankenlosigkeit? Werden wir vielleicht mit eigenen Hemmungen gegenüber Behinderten nicht fertig?

Nicht behindert zu sein ist wahrlich kein Verdienst, sondern ein Geschenk, das jedem von uns jederzeit genommen werden kann.*

Lassen Sie uns die Behinderten und ihre Angehörigen auf ganz natür liche Weise in unser Leben einbeziehen. Wir wollen ihnen die Gewißheit geben, daß wir zusammengehören. Damit helfen wir nicht nur ihnen, sondern auch uns selbst. Denn wir lernen im Umgang mit ihnen wieder zu erkennen, was wirklich wichtig ist im Leben.

Richard von Weizäcker (Aus der Weihnachtsansprache des Bundespräsidenten 1987)

* Zitat Dr. Wilhelm Pfeffer

 

 

 

Nam vitiis nemo sine nascitur. - Kein Mensch wird ja ohne Fehler geboren.
Lateinische Weisheit

 

 

Willkommen in Holland
von Emily Pearl KingsleyIch werde oft gefragt zu erklären wie man sich fühlt ein Kind aufzuziehen, das eine Behinderung hat --- um Leuten das Gefühl dieser einzigartige Beziehung zu erklären benutze ich gerne eine Parabel. ES IST SO:

Wenn man ein Baby bekommt, ist es so als ob man sich auf eine fantastische Reise begibt --- nach Italien. Man kauft eine Menge an Touristenführern und macht wundervolle Pläne. Das Kolosseum. Den Michaelangelo, David, Die Gondeln in Venedig. Man lernt bestimmt auch ein paar Wörter auf Italienisch. Kurz es ist eine sehr schöne Zeit.

Nach einigen Monaten der schönen Vorbereitung ist endlich der große Tag da !!! Du packst deine Koffer !!! Einige Stunden später, das Flugzeug landet. Die Stewardess kommt und sagt "Willkommen in Holland".

"Holland?" sagst du. "Was meinen Sie? Ich habe doch einen Urlaub nach Italien gebucht!!! Ich soll doch in Italien sein. Mein ganzes Leben habe ich davon geträumt nach Italien zu fliegen."

Aber da war eine Flugplanänderung. Der Flieger ist in Holland gelandet und du musst da bleiben.

Das wichtigste ist, dass du nicht in einem dreckigen, seuchenverpesteten Land gelandet bist. Es ist nur anders !!

Also, jetzt fängst du wieder an und kaufst neue Touristenführer. Du musst jetzt eine völlig neue Sprache lernen. Und du wirst eine total neue Gruppe von Menschen treffen, die du vielleicht niemals kennengelernt hättest, wenn die Dinge anders wären.

Es ist nur ein anderer Ort. Es ist langsamer als Italien, vielleicht nicht so viel Glamour. Aber wenn du eine Zeit lang dort bist, merkst du schnell, dass es auch seine Vorteile hat. Du fängst an um dich zu schauen: Holland hat wunderschöne Windmühlen, Holland hat Tulpen. Holland hat sogar Rembrandt.

Aber jeder, den du kennst, ist zu beschäftigt, die Schönheit Hollands zu erkennen, denn alle sind auf dem Weg nach Italien. Alle erzählen wie toll es doch in Italien ist und was für eine tolle Zeit der Urlaub doch war. Und --- für den Rest deines Lebens wirst du dir sagen, "Ja, das ist der Urlaub den ich geplant hatte ! (Italien) Da wollte ich auch hin!!"

Und das Gefühl verletzt zu sein, einen Traum verloren zu haben wird nie verschwinden. Denn ein großer Traum ist nicht wahr geworden, ein großer Verlust!!!

Aber wenn du immer und immer wieder den Verlust deines Italien Urlaubs beweinst, wirst du niemals die Schönheit Hollands und dessen spezielle Sehenswürdigkeiten sehen, kennen und lieben lernen. Denn Holland ist genauso wie Italien eine Erfahrung für sich und den Betrachter.

 

 

 

  Des Himmels besonderes Kind
Weit von der Erde entfernt fand eine Versammlung statt.
"Es ist wieder Zeit für eine Geburt",
sagten die Engel zu dem Gott dort oben.
"Und dieses besondere Kind wird viel Liebe benötigen.
Seine Fortschritte werden sehr langsam sein,
Vollendungen werden nicht offensichtlich.
Und es wird viel Fürsorge benötigen
von den Menschen ,die es dort unten treffen wird.
Es kann nicht laufen,lachen oder spielen wie andere,
seine Gedanken werden weit entfernt sein.
Von vielen Mitmenschen wird es nicht aufgenommen,
es wird als behindertes Kind immer benachteiligt sein.
Also laßt uns vorsichtig sein, wohin wir es senden.
Wir wollen, daß sein Leben glücklich und zufrieden wird.
Bitte, Gott, finde die Eltern, die diese schwere Aufgabe
für Dich erledigen können.
Sie werden nicht sofort merken,
welche wichtige Rolle Sie gebeten wurden zu spielen
für dieses Kind von oben,
das starke Treue und große Liebe in sich hat ".
Doch bald werden die Eltern das Ihnen gegebene Privileg erkennen,
daß Sie ein Geschenk des Himmels versorgen.
Dieser kostbare Schützling , so sanftmütig und mild, 
                    ist des Himmels besonderes Geschhenk
            
 
 
 
 
 
 
Wenn einer aus der Reihe tanzt, ist die Reihe besser zu sehen. Das Außergewöhnliche, Andersartige und Besondere gehört zum Leben unabdingbar und macht es erst lebbar - erst lebendig!
 
 
 
 
 
Die Arbeit läuft nicht davon,
während du deinem Kind einen Regenbogen zeigst,
aber der Regenbogen wartet nicht,
bis du mit der Arbeit fertig bist
 
(chinesisches Sprichwort)
 
 
 
Gehe aufrecht wie die Bäume,
lebe dein Leben so stark wie die Berge.
Sei sanft wie der Frühlingswind,
bewahre die Wärme der Sonne im Herzen.
Und der große Geist wird immer mit dir sein.
Weisheit der Navajos
 
 
 
 
 
Wenn wir an einem Kind etwas ändern wollen,
sollten wir zuerst prüfen,
ob es sich nicht um etwas handelt,
das wir an uns selbst ändern müssen.
C.G. Jung
 
 
 
Das Anderssein der anderen
als Bereicherung des eigenen Seins zu begreifen;
sich verstehen,
sich verständigen,
miteinander vertraut werden,
darin liegt die Zukunft der Menschheit.
Rolf Niermann
 
 
 
 
 
Besondere Mütter

Die meisten Frauen werden durch Zufall Mutter, manche freiwillig, einige unter gesellschaftlichem Druck und ein paar aus reiner Gewohnheit.

Dieses Jahr werden 100 000 Frauen Mütter behinderter Kinder werden.
Haben sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, nach welchen Gesichtspunkten die Mütter der behinderten Kinder ausgewählt werden?

Ich stelle mir Gott vor, wie er über die Erde schwebt und sich die Werkzeuge der Arterhaltung mit größter Sorgfalt und Überlegung aussucht.
Er beobachtet genau und diktiert dann seinen Engeln Anweisungen ins riesige Handbuch.

„Maier, Irmgard: Sohn. Schutzheiliger Matthias.
Förster, Margot: Tochter. Schutzheilige Cäcilie.
Rüster, Carola: Sohn. Schutzheiliger? Gebt ihr Gerhard, der ist gewöhnt, dass geflucht wird.“

Schließlich nennt er einem Engel einen Namen und sagt lächelnd:
„ Der gebe ich ein behindertes Kind:“
Der Engel ist neugierig:“ Warum gerade ihr, o Herr? Sie ist doch so glücklich.“
„Eben deswegen“, sagte Gott lächelnd.

„Kann ich einem behinderten Kind eine Mutter geben, die das Lachen nicht kennt? Das wäre grausam.“
 
„Aber hat sie die nötige Geduld?“ fragt der Engel.
„Ich will nicht dass sie zuviel Geduld hat, sonst ertrinkt sie in einem Meer von Selbstmitleid und Verzweiflung. Wenn der erste Schock und Zorn abgeklungen sind, wird sie es tadellos schaffen. Ich habe sie heute beobachtet. Sie hat den Sinn für Selbständigkeit und Unabhängigkeit, der bei Müttern so selten und so notwendig ist.

Verstehst du, das Kind, das ich schenken werde, wird in seiner eigenen Welt leben.Und sie muss es zwingen, in der ihren zu leben. Das wird nicht leicht.“
„Aber Herr, soviel ich weiß, glaubt sie nicht einmal an dich. Gott lächelte.
„Das macht nichts, das bringe ich schon in Ordnung. Nein sie ist hervorragend geeignet. Sie hat genügend Egoismus.“

Der Engel ringt nach Luft. „Egoismus? Ist das denn eine Tugend?“ Gott nickt.
„Wenn sie sich nicht gelegentlich von ihrem Kind trennt, wird sie das alles nicht überstehen. Diese Frau ist es, die ich mit einem nicht ganz vollkommenen Kind beschenken werde. Sie weiß es zwar noch nicht, aber sie ist zu beneiden.
Nie wird sie ein gesprochenes Wort als eine Selbstverständlichkeit hinnehmen.
Nie einen Schritt als etwas Alltägliches. Wenn ihr Kind zum erstenmal Mama sagt, wird ihr klar sein, dass sie ein Wunder erlebt.

Wenn sie ihrem blinden Kind einen Sonnenuntergang schildert, wird sie ihn so sehen, wie nur wenige Menschen meine Schöpfung jemals sehen.
Ich werde ihr erlauben, alles deutlich zu erkennen, was auch ich erkenne - Unwissenheit, Grausamkeit, Vorurteile – und ich werde ihr erlauben, sich darüber hinaus zu erheben. Sie wird niemals allein sein. Ich werde bei ihr sein, jeden Tag ihres Lebens, jede Minute, weil sie meine Arbeit ebenso sicher tut, als sei sie hier neben mir.“

„Und was bekommt sie für einen Schutzheiligen?“ fragt der Engel mit gezückter Feder.

Da lächelte Gott. „Ein Spiegel wird genügen.“
 
 
 
 
 
 


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